Exkursion zum Pfahl Sonntag, 16. Juni
2002
Programm: Besichtigung des Pfahlmuseum im alten Rathaus - Exkursion zum Pfahl
an der B85
Leitung: Forst-Amtsrat Heinrich Schmidt
Teilnehmerzahl: 20
Vor über 300 Millionen Jahren erstreckte sich quer durch Europa ein Gebirge,
das noch um einiges breiter war als die heutigen Alpen und sich durch das
Aufeinandertreffen der Europäischen und der Afrikanischen Platte gebildet
hatte. In den nachfolgenden Jahrmillionen wurde es tiefreichend abgetragen, so
dass man heute an den Orten, an denen es an der Erdoberfläche aufgeschlossen
ist, in sein Inneres blicken kann. Eine der Strukturen, die dabei zum Vorschein
kommen, ist der Bayerische Pfahl, der wie eine bloßgelegte Wirbelsäule aus dem
Boden ragt.
Der Pfahl ist eines der auffälligsten geologischen Objekte Bayerns. Er ist ein
geradliniger Quarzgang-Zug, der sich über 150 km von Nabburg im Nordwesten bis
Passau im Südosten durch das nordostbayerische Grundgebirge erstreckt. Das fast
ausschließlich aus Quarz bestehende Pfahlgestein bildete sich in mehreren
Phasen. Die Linie, der der Pfahl folgt, ist eine knapp 300 Millionen Jahre alte
Störungszone, entlang derer sich zwei Bereiche der Erdkruste aneinander vorbei
bewegten und die angrenzenden Gesteinspartien wie zwischen zwei Mühlsteinen in
feinste Mineralkörner zerrieben. Diese bilden heute das weiche Gestein der
"Pfahlschiefer". Im komplizierten Spannungssystem entstanden auch
Fiederspalten, in die aus dem Untergrund Quarzlösungen eindrangen. Aus ihnen
kristallisierte der eigentliche Pfahl-Quarz aus. Dieses harte Gestein ist gegen
Verwitterung und Abtragung wesentlich widerstandsfähiger als die weichen
Pfahlschiefer, so dass es als Härtling in der Landschaft stehen bleibt. Die
Pfahlquarz-Körper bilden linsenförmige Gebilde mit einer Länge von bis zu
1000 m und einer Breite von maximal 100 m. Ihre Längsachse liegt in einen
spitzen Winkel zur Längserstreckung der gesamten Pfahlschiefer-Störungszone.
Hier einige Impressionen - Zum Vergrößern bitte
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