Generalversammlung am 9. März 2002
(Viechtacher Bayerwaldbote, Hans Weiß)

Gäbe es den Bayrischen Wald-Verein nicht, man müsste ihn unbedingt gründen. Getreu der inzwischen über 90-jährigen Tradition nimmt sich die Arnbrucker Sektion nicht nur die Pflege von Kultur und Geselligkeit an, sondern kümmert sich auch um ein rund 200 km langes Wandernetz und leistet so für den Tourismus unschätzbare Dienste.



Dies kam in der Generalversammlung am Samstag im Gasthof Edgar Vogl wieder einmal deutlich zum Ausdruck. Nachdem man zuerst den abendlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Bartholomäus zusammen mit Pfarrer Robert Gigler gefeiert hatte, gedachte man der acht verstorbenen Mitglieder: Franz Aschenbrenner, Dr. Helmut Burkhardt, Johann Würschinger, Maria Greulich, Karl Brugger, Franziska Mooshofer, Wilhelm Hünemann, und Alois Bauer. Sektionsvorsitzender Michael Vogl berichtete, dass man 17 neue Mitglieder aufgenommen habe, so dass man derzeit 299 Mitglieder habe.
2. Vorsitzender Helmut Gruber gab einen ausführlichen Überblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Die Maiandacht am Waldwiesmarterl, mehrere Familienwanderungen zum Kronberg, zum Landshuter Haus, zum Lackasee, zur Bergmesse am Mühlriegel und zur Arberkirchweih, dann die Kulturfahrt nach Passau waren jeweils recht gut besuchte Unternehmungen. Höhepunkt war der Jubiläumshoagartn im November mit einem begeistert aufgenommenen Programm mit schöner Volksmusik, lustigen Moritaten und frisch angemachter Vereinsgeschichte.
Beifall gab es auch für den Kassenbericht von Martha Kufner. Trotz spürbarer Ausgaben konnte das Vereinsvermögen dank geschickter Geldanlage merklich vermehrt werden. Kassenprüfer Helmut Fischl konnte ihr eine vorbildliche Kassenführung bestätigen, so dass sie einstimmig entlastet wurde.
Ein Extra-Lob erhielt Hans Obermaier, der zusammen mit Manfred Mairandres seit Jahren die Wanderwege systematisch abgeht, Mängel feststellt und die Markierung stets auf aktuellem Stand hält. Dies hob auch Bürgermeister Hermann Brandl in seinem Grußwort lobend hervor und sprach dem Wald-Verein Anerkennung für die aktive Mitgestaltung des Vereinslebens in der Gemeinde aus. Brandl: "Die Urlaubsgäste loben in den Fragebögen immer wieder unsere hervorragend gepflegten Wanderwege!"
Sektionsvorsitzender Michael Vogl konnte etliche Mitglieder für langjährige Vereinstreueauszeichnen. Seit 50 Jahren sich Ingeborg Burkhardt und Dionys Vogl Mitglied, seit 40 Jahren Alois Baier, Alois Danzer (Baumgarten) und Otto Müller, seit 25 Jahren Wolf-Dieter Cramer und Carsten Cramer. Allerdings konnten nicht alle anwesend sein.
In seiner Vorschau kündigte Vogl für Mitte April einen Diaabend mit Peter Gäck an, die Maiandacht oben am Waldwiesmarterl, eine Radtour von Spiegelau nach Finsterau. Ende Juni eine Kulturfahrt nach Eichstädt, Wanderungen u.a. zum Zwercheck sowie die Weihnachtsfeier im Dezember.
Und dann hatte er noch eine große Überraschung parat. Vogl: "Wir möchten die Bemühungen der Volksschule Arnbruck, mit den Schulkindern diesseits und jenseits der deutsch-tschechischen Grenz ein gutnachbarliches Verhältnis aufzubauen, mit einer Spende in Höhe von 500 Euro unterstützen!" Sprach's und überreichte einen Scheck an Rektor Hans Weiß, der sich herzlich bedankte.
Zum Ausklang gab Rektor a.D. Heinrich Höcherl einen interessanten Einblick in die Arnbrucker Heimatgeschichte mit Zitaten aus der Geschichte des Arnbrucker Wald-Vereins, der ursprünglich ein Verschönerungsverein war und sich von Anfang an der touristischen Erschließung des Zellertales verschrieben hatte. Für große Heiterkeit sorgte Höcherl mit einem Bericht eines Reporters in der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 1952. Dem guten Mann rauschte  während seines Aufenthaltes in Arnbruck ständig das Wasser zu laut in den Ohren, so dass sein Text wohl kaum als Werbung für den Bayerischen Wald taugte.

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